Das war’s – Abschied aus München

,,Und Sie, was machen Sie, Herr Immer? – Ich? Ich mach vielleicht ne Kneipe auf!“ (Schlusssatz von Didi, der Doppelgänger, 1984).

Hallo Freunde,

es ist der Artikel, auf den ich mich über vier Jahre vielleicht am meisten gefreut habe: Auf den Text zur Abschlussuntersuchung in München.

Diese war eigentlich schon im März 2014 fällig, doch wirklich ,,als geheilt entlassen“ bin ich erst jetzt. Genauer gesagt: Seit dem 6. Oktober 2014. Dieser letzte Termin im ZEM München markiert das Ende einer mehr als 1.400 Tage langen Ära zwischen Hoffen und Bangen. Zwischen kleinen Schritten und langen Wegen. Immer mit einem Ziel vor Augen: 15 Zentimeter Leben!

Es war an diesem Montag, an dem ich nach der Einweihungsparty bei ,,Unseren Breiners“ in Trulben nahe der französischen Grenze den EuroCity von Kaiserslautern Richtung Graz über München nahm, so, wie oft im Leben bei bedeutsamen Abschnitten. Man kann das am Anfang nicht wirklich glauben und schon gar nicht einschätzen oder bewerten.

So oft hatte ich seit Juli 2010 im riesigen Wartezimmer des Professors im achten Stock in der Nymphenburger Straße über den Dächern von München gesessen und auf den Abschluss dieser langwierigen und schmerzhaften Mission gehofft. Manchmal konnte ich vor lauter Schmerzen kaum sitzen, manchmal fielen deftige Worte und fast immer traf man auf Leute, die das eigene Schicksal teilten oder es zumindest kannten.

Meine ,,Verlängerungs-Kollegen“ Matthias Schneider, Gerhard Zisterer, Frederik Wagner, Alex Diehl-Diaz, Lukas Holzwart und Felix Hofmann habt Ihr als treue Leser dieses Blogs kennengelernt.

Und natürlich auch den ,,Maitre“ himself, Professor Baumgart. Um kurz nach 11 Uhr begrüßte er mich, zeigte sich mit dem Gangbild und der Gesamtentwicklung im letzten halben Jahr sehr zufrieden. Als er dann aber sagte ,,Wir röntgen nochmal und dann lass‘ mers gut sein“, wusste ich, dass das keine Turbo-Veranstaltung wird.

Noch einmal alle Register gezogen

Großes Schlusswort: Professor Baumgart. Foto: ZEM Germany.

Großes Schlusswort: Professor Baumgart. Foto: ZEM Germany.

So war es: Erst gegen 14.30 Uhr war alles zu Ende – Ganz-Beinaufnahmen, ich liebe es. Mir gingen die legendären Worte von Jürgen Prochnow aus Das Boot durch den Kopf: ,,Donnerwetter, die wollen’s aber genau wissen.“

Wie auch immer: Die Bilder waren in Ordnung, es war dann ENDLICH und ENDGÜLTIG geschafft und der Professor verabschiedete mich mit den durchaus rührenden Worten ,,Wenn ich künftig an Fußball denke, werde ich an Sie denken. Alles Gute.“

Ein schönes Schlusswort.

Da mit dieser Untersuchung die Verlängerung nun auch offiziell abgeschlossen ist, endet auch dieser Blog. Das war sie, das war ,,Die Verlängerung – 15 Zentimeter Leben.“

Und hier der Abspann…

Ich möchte mich BEDANKEN bei allen, die diesen schweren Weg in den letzten vier Jahren mit mir gegangen sind und mir nach Kräften geholfen haben. Mit Euch war ,,dieser Weg“ nur halb so schwer. Danke!

Vielen Dank an…  ,,Team Clausen / Pirmasens“: Paul Germann, Sandra Maria Germann & Giuliano, Georg, Ilse & Michael Petry, Walter & Leni Nussbaum, Richard-Uwe ,,Ricci“ Wiehn und sein Praxisteam, Toni Persard (Hausarzt), Otto Busch, Marcus Wadle, Matthias Germann, Thomas Gast, Karl-Heinz Gabriel, Georg Meier-Gerlich, Christian ,,Crisu“ Umla, Matthias ,,Matze“ Breiner, Benny Keller, Christoph Hauser, Peter Brechtel jr., Dirk Schäfer, Kay-Michael ,,Kairo“ Roth  u. v. a.

Vielen Dank an … ,,Team Hamburg“: Ralf & Manon Podulski, Sascha Klinge, Jan Lacroix, Dr. Michael Bohlmann, Dirk Lehrke, Colin Engerer, Thomas ,,ThoFi“ Fischer & Stephanie Tempcke, Claus Melzer & sein Praxisteam, Dieter Weniger, Daniela Schultze, Angus Orji, David Lazarus, Denis Blanck, Peter Klinge, Hannes Mehr, Michael ,,MiWo“ Wolter & Immonet.de, Matthias Seidel, Tobias Holtkamp & das Team von Transfermarkt.de, Christian Tuchtfeldt, Torsten Rumpf & das Team von SPORT BILD u . v. a.

Vielen Dank an… ,,Team München“: Dieter Bischoff, Florian ,,Flo“ Zier, Stefan ,,Stevie“ Bayer, Armin Gastl, Brian Scheunchen & das Team der Sport-Media-Group, Fatih Demireli, Christoph Seidel (Akademie der Bayerischen Presse), Oliver Wittenburg & das Team von SPOX.com u. a.

Vielen Dank an… ,,Team Dortmund / Hannover“: Axel & Martina Gab, Johannes ,,Jojo“ Luberichs, Toto Spinaci, Jens Brilon  (Brilon), Helmut Lissen und… Kristina Plenter – Ich liebe Dich, mein Schatz.

 

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Das ,,Stadtgespräch“

Hallo Freunde,

diesmal führte mich mein Weg in die ,,feine hanseatische Gesellschaft.“ Die Hamburger Juristin Stefanie Strasburger, bis 2008 unter Ole von Beust in der Bürgerschaft, hatte mich im noblen Bankhaus Donner & Reuschel direkt am Jungfernstieg als Podiumsgast der von ihr und der Stiftung Alsterdorf organisierten Diskussionsreihe ,,Stadtgespräch“ eingeladen.

Auch die Beinverlängerung ist ein Thema…

Moderator der fast zweistündigen Veranstaltung war mein Freund und ehemaliger Chef bei BILD am SONNTAG, Peter Wenig. Thema: ,,Inklusion und Medien“ – wie nehmen die Medien Menschen mit Handicap wahr und wie sieht die Rolle der Medien auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft aus? Mit auf dem Podium: Manfred Ertel (DER SPIEGEL), Professor Hanns-Stephan Haas (Vorstandsvorsitzender Stiftung Alsterdorf) und Niels Rasmussen (Leiter Online & Multimedia Norddeutscher Rundfunk).

Natürlich sprach ich in dem sehr offenen Interview mit Peter Wenig – wir kennen uns gut und haben von 2003 bis 2008 erfolgreich zusammengearbeitet – auch über die Beinverlängerung. Peter zititerte auch die für ihn markanteste Stelle in diesem Blog: ,,Die Narben auf der Seele werden bleiben.“ Es wurde eine interessante, sehr vielschichtige Diskussion mit der Erkenntnis: Die Medien haben auf dem Weg zur Inklusion noch einen langen Weg vor sich.

,,Stadtgespräch“ schlägt BVB…

Ganz ehrlich: Für so ein (auch für mich persönlich wichtiges) Thema lasse ich auch mal ein Champions-League-Spiel von Borussia Dortmund sausen. Wobei Peter, der in Dortmund studierte und ursprünglich aus Meppen stammt, und ich es uns nach Veranstaltungsende nicht nehmen ließen, die Schlussphase gegen den FC Arsenal (2:0) auf dem Handy im Live-Ticker zu verfolgen. Es lebe die moderne Telekommunikation. Und natürlich die Medien: Kaum zu Hause, sah ich die Wiederholung bei SKY…;-)

Carsten

Spannende Runde: Manfred Ertel, Peter Wenig (v. l.) und ich.

Spannende Runde: Manfred Ertel, Peter Wenig (v. l.) und ich.

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Ein Hoch auf uns

,,Ein Hoch auf uns – auf dieses Leben. Auf den Moment, der immer bleibt. Ein Hoch auf uns, auf Jetzt und Ewig. Auf einen Tag Unendlichkeit.“ (Andreas Bourani, ,,Auf uns“, ARD-WM-Song 2014).

Hallo Freunde,

heute möchte ich gern über ,,meine erste Gala“ berichten, meine Einladung zum und Teilnahme am großen SPORT BILD Award 2014.

Warum? Nicht, weil Geschichten und Anekdoten von Prominenten besonders hoch im Kurs liegen. Diese sollen hier auch nicht thematisiert werden. Sondern weil es an diesem denkwürdigen Abend in der Fischauktionshalle Hamburg galt, einen ganz besonderen Erfolg zu feiern. Mehr als 260.000 verkaufte Exemplare (Stand: 15. August 2014) machten unser Buch ,,Fußball-WM 2014″ von SPORT BILD nicht nur zur Nummer eins der FOCUS-Bestsellerliste ,,Sachbuch“, sondern auch zum meistverkauftesten Buch aller Zeiten in der Geschichte von Europas Sportzeitschrift Nummer eins, für die ich seit 2005 schreibe.

Bewegende Worte von Alfred Draxler und Co.

Diese kleine Ehrung für unser gesamtes Autorenteam unter der Leitung von Christian Tuchtfeldt (Anm.: Danke, Tuchti!) durch den Axel-Springer-Verlagsvorstand und die hohe Wertschätzung, die ich an diesem Abend von vielen Fußball-Prominenten – von meinen Duz-Freunden Fredi Bobic und Christoph Metzelder über SPORT BILD-Chefredakteur Alfred Draxler (,,Das ist Carsten Germann – und vor 14 Jahren habe ich ihn nach Hamburg geholt“) bis zu Peter Stöger, Fritz von Thurn und Taxis und Uwe Seeler – erfahren durfte, haben mich sehr gerührt.

Im Spätsommer 2010, zu Beginn dieses langen Weges mit der Beinverlängerung und der beruflichen Neuorientierung, hätte ich an eine solche tolle Wendung nicht geglaubt. Da wiederhole ich mich sicherlich, aber so what? Denn: Wer Ziele im Leben hat und sie nie aus dem Blick verliert, wird am Ende auch belohnt. Ich hoffe, dass ich vielen Lesern mit diesen Zeilen ganz viel Mut machen kann: Alles ist im Leben immer möglich – wenn man daran glaubt und seinen Weg konsequent geht.

In diesem Sinne: Genießt die Impressionen vom SPORT BILD Award und das Video von dem Song, der wohl am besten zu diesem herrlichen Abend passte: ,,Auf uns“.

Carsten

Viel Spaß beim SPORT BILD Award: Diana Sobrello, Comedian Matze Knop, Transfermarkt.de-Chefredakteur Tobias Holtkamp und ich. Fotos: privat.

Viel Spaß beim SPORT BILD Award: Diana Sobrello, Comedian Matze Knop, Transfermarkt.de-Chefredakteur Tobias Holtkamp und ich. Foto: SPORT BILD.

Ein Idol meiner Jugend: Harald ,,Toni" Schumacher und ich beim SPORT BILD Award.

Ein Idol meiner Jugend: Harald ,,Toni“ Schumacher und ich beim SPORT BILD Award. Fotorechte: cg.

Zwei Mal Deutscher Meister mit dem BVB in der Verlängerung (2011, 2012) - aber beruflich bedeutet mir nichts mehr als dieser Erfolg mit SPORT BILD.

Zwei Mal Deutscher Meister mit dem BVB in der Verlängerung (2011, 2012) – aber beruflich bedeutet mir nichts mehr als dieser Erfolg mit SPORT BILD. Foto: Hermes Group / Rechte: cg.

Andreas Bourani: Auf uns / WM-Highlights (Youtube). (Coverversion)

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In Gedenken an Tilo Fröhling: Wir sehen uns oben

Wir sehn uns oben,ganz weit oben,
Wo man sich die Nase, am Blau von Himmel stösst.
Wir sehn uns oben ganz weit oben,
und ich werde an dich denken,weil ich dich vermiss.
Mir falln die Kneipentourn ein,
man ham wir gelacht.
was fuhren wir uns dabei ein,
so manche lange Nacht.
Als wir beide verliebt warn,
in die selbe Frau.
Ham wir beide in den Sack gehaun,
das erinner ich noch ganz genau.
Wir sehn uns oben,ganz weit oben,
Wo man sich die Nase, am Blau von Himmel stösst.
Wir sehn uns oben ganz weit oben,
und ich werde an dich denken,weil ich dich vermiss. 

(Lotto King Karl)

Hallo Freunde,

in dieser Woche traf mich eine wirklich traurige Nachricht. Mein Freund und Ex-Arbeitskollege Tilo Fröhling (42) ist tot. Er starb nach langem und schweren Kampf mit einem Gehirntumor.

Tilo gehörte zur ,,ersten Garde“ meiner Hamburger Kontakte, er kam im Februar 2005 gemeinsam mit Bastian Stellmacher zur Firma Immonet.de, wo er zunächst im Telesales arbeitete. In den Neunzigerjahren war er als Zeitsoldat der Bundeswehr u. a. in Bosnien stationiert. Unser wichtigstes Gesprächsthema (neben Frauen…) war natürlich der Fußball. Tilo stammte aus Meißen in Sachsen, war aber eingeschworener HSV-Fan und in den wilden 2000er-Jahren oft mit dabei beim neu gegründeten Hamburger Kultklub Hamm United FC bei den Flutlichtspielen im Stadion ,,Hammer Park“.

Der Hit: Freitagsabends gingen wir immer ,,wandeln“ – sprich: Wir zogen uns zu einem gepflegten Besäufinis in den Ess- und Trinktempel der ,,Wandelhalle“ im Hamburger Hauptbahnhof zurück. Nach Beginn meiner Beinverlängerung hatte ich nur noch wenig Kontakt zu Tilo, ich war aber über seine gesundheitliche Lage seit meiner Rückkehr zu Immonet.de im Juli 2013 immer informiert. Zuletzt lebte er mit seiner Familie in Gronau/Westfalen.

Tilo Fröhling – es gäbe sicher viele Anekdoten zu erzählen, aber das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen und es würde mich vor allem noch trauriger machen.

,,Wir werden Tilo als engagierten, fröhlichen Mitarbeiter und mutigen Menschen in Erinnerung behalten“, schrieb Immonet-Legende Klaus Saloch (50) in einem Nachruf.

Mach’s gut, Tilo Fröhling. Du warst ein echter Freund, ein wunderbarer Arbeitskollege und ein tapferer Soldat. Wir sehen uns oben.

Carsten

Unvergessen: Tilo und ich bei der legendären Buchpremiere von ,,Football's home" am 1. Juni 2007 in Hamburg.

Unvergessen: Tilo und ich bei der legendären Buchpremiere von ,,Football’s home“ am 1. Juni 2007 in Hamburg.

 

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24 Jahre – Alles für diesen Moment

Nur ein Wort: Weltmeister!

Nur ein Wort: Weltmeister!

Hallo Freunde,

es ist geschafft. Deutschland hat ,,den vierten Stern“, ist zum vierten Mal nach 1954, 1974 und 1990 Fußball-Weltmeister. Ich denke, jeder von Euch hat diesen historischen Erfolg in einer für sich besonderen Weise erlebt.

Für mich war die Weltmeisterschaft in Brasilien, die ich redaktionell für SPORT BILD (Buch), Transfermarkt.de (WahreTabelle.de) und ARCOR (WM-Kolumne) betreuen durfte, ein absoluter Höhepunkt in vier Jahren ,,Beinverlängerungszeit.“ Vier Wochen wie im Traum.

Positiv: Mit Turnierbeginn gelang es mir, meine Laufleistungen deutlich zu steigern, sodass mir die Ausflüge auf die große ,,Fan-Meile“ in Hamburg zwischen Spielbudenplatz und Heiligengeistfeld – bei der EURO 2012 beispielsweise noch unmöglich – nicht mehr schwer fielen.

WM-Gucken, aber wo? – Public Viewing, Private Viewing oder Ship & Viewing…

Wohl aber die richtige Wahl der ,,WM-Location“. Den furiosen deutschen Auftakt gegen Portugal (4:0) sah ich auf dem Spielbudenplatz, wo bei herrlichem Wetter echt ,,loungige“ Atmosphäre herrschte. Danach gab es gegen Ghana (2:2) ,,Private Viewing“ bei Stefan Appel & Cora Gädigk in HH-Bramfeld, ehe es mich gegen die USA (1:0) nach Wedel auf das dort in der Schulau vor Anker liegende Theaterschiff Batavia verschlug. Absoluter Kult. Unbedingt probieren: Den ,,Batavia-Teller“ mit zwei Frikadellen und Tsatziki. Nachdem sich beim Zitterspiel gegen Algerien (2:1 n. V.) der Spielbudenplatz aber als kalt und zugig erwiesen hatte, entschloss ich mich zu einem denkwürdigen Wechsel.

Was sonst? Weltmeister in der Verlängerung!

Zum Halbfinale gegen Brasilien (7:1, in Worten: Sieben zu Eins!) ging ich – auch Schutz suchend vor dem über Hamburg liegenden Gewitter – erstmals ins Hofbräuhaus an der Esplanade. Und erlebte mit meinen Frankfurter Freunden Claudio Kühn und Matthias Anwler ein Jahrhundertspiel. Getreu dem Motto ,,Never change a winning location“ wollte ich auch zum großen Finale gegen Argentinien am 13. Juli nicht mehr wechseln und reservierte wieder im Hofbräuhaus. Und so erlebte ich hier mit Claudio, Matthias und meinen schwedischen Freunden Henrik Lind & Malin Liljebjörn DEN Fußballtag, auf den ganz Deutschland 24 Jahre lang gewartet hatte.

Und diesen Titel gab es – selbstredend – ,,in der Verlängerung…“

Carsten

Weltmeister: Matthias, Claudio und ich im Freudentaumel. Fotorechte: cg.

Weltmeister: Matthias, Claudio und ich im Freudentaumel. Fotorechte: cg.

Ein Prost aufs Finale: Claudio und Carsten nach dem legendären Halbfinale gegen Brasilien im Hamburger Hofbräuhaus. Fotorechte: cg.

Ein Prost aufs Finale: Claudio und Carsten nach dem legendären Halbfinale gegen Brasilien im Hamburger Hofbräuhaus. Fotorechte: cg.

Selfie-Time! Aber auch bei Licht betrachtet wurde die Leistung der Brasilianer nicht mehr besser...

Selfie-Time! Aber auch bei Licht betrachtet wurde die Leistung der Brasilianer nicht mehr besser…

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Nach 23 Jahren: Das Metallica-Comeback

Hallo Freunde,

über meinen ersten Konzertbesuch seit Ende der Beinverlängerung – während der Verlängerung sah ich den großen Udo Jürgens (79) in der SAP-Arena Mannheim – möchte ich Euch im Detail berichten.

Dieses Mal führte mich mein Weg – erstmals nach 23 Jahren – wieder zu einem Konzert meiner absoluten Lieblingsband Metallica. Eine echte Last-Minute-Buchung. Da die 45.0000 Karten für das Konzert in der Imtech-Arena im Hamburger Volkspark in nur einer Stunde ausverkauft waren, mussten die ,,sozialen Medien“ her…

Gegen 10 Uhr startete ich am Veranstaltungstag einen Verzweiflungsversuch via Facebook mit dem simplen Titel: ,,Metallica in Hamburg – wo gibt es noch Karten?“ und wurde erhört! Mein Arbeitskollege Andreas Schuster, eingefleischter bzw. leidgeprüfter HSV-Fan und Volksparkgänger, hatte noch eine Karte für die Südtribüne für mich übrig. Ich schlug sofort zu und gegen 17 Uhr ging es ab zum Stadion. An dieser Stelle: Vielen Dank, lieber Andreas! Du hast mir damit einen perfekten Tag ermöglicht!

Ich konnte mein Glück kaum fassen: 23 Jahre und eine Beinverlängerung nach dem legendären Festival mit Metallica im September 1991 in Mainz war ich wieder live dabei. Und das in ,,meiner Stadt“, in Hamburg, mit vielen guten Freunden aus der Hansestadt und nach der erfolgreich absolvierten Verlängerung – der perfekte Schulterschluss zwischen vorgestern und heute.

Ganz ehrlich: Als ich am 2. Oktober 2010 im künstlichen Koma von Halluzinationen und Schmerzattacken nur so geschüttelt wurde, hätte ich an so ein ,,Comeback“ nicht wirklich gedacht. Ähnlich ging es mir bei der BVB-Meisterschaft 2011 und beim Champions-League-Finale 2013.

Mit dem Bus-Shuttle fiel der Weg zur Arena bei sommerlichen 24 Grad natürlich ganz leicht. Doch kaum im Stadion, stellte ich fest, dass sich die Organisation von Konzerten auch nach mehr als zwei Jahrzehnten nur unwesentlich verbessert hat. Ein (!) Merchandising-Stand auf der Gegentribüne für 45.000 Besucher, bisschen wenig, oder? Jedenfalls stand ich geschlagene 40 (!) Minuten in der Warteschlange, ehe ich endlich schweißgebadet mein Tour-T-Shirt in den Händen hielt (siehe Foto oben).

2014 06 04 - Metallica_Hamburg_2

Slayer im Vorprogramm

Die letzte Band vor Metallica war nicht minder legendär als die Chefs themselves: Slayer, die selbst ernannte ,,Slaytanic Wehrmacht“, rockten eine Stunde lang ab – genial. Die Speed-Metaller um Tom Araya und Kerry King sind zwar etwas füllig geworden, aber wer kann schon behaupten, dass er nach 23 Jahren nicht zugelegt hat? Slayer hatte ich zuvor 1991 in der Ludwig-Ebert-Halle in Ludwigshafen und 1992 beim ,,Super Rock“ in Mannheim live gesehen.

Metallica betraten gegen 20.45 Uhr die Bühne, zuvor schwappte schon ,,La Ola“ minutenlang durch die vollbesetzte Arena. Ich hatte auf der Südtribüne Platz genommen, wo wir sonst mit dem BVB mitfiebern😉

,,Ich weiß nicht, wann ich zum letzten Mal so viel Spaß in diesem Stadion hatte“, schrieb mein Transfermarkt-Arbeitskollege und HSV-Fan Birger Thoms später bei Facebook.

So ändern sich die Zeiten: Früher kam die Playlist aus dem Bauch heraus, heute aus dem Internet. Der Metallica-Auftritt war nämlich ein multimediales Wunschkonzert. Unter dem Motto ,,Metallica by request“ konnte die weltweite Fangemeinde über ein Online-Voting insgesamt 18 Songs der US-Metaller zusammenstellen. Soviel vorweg: Es waren ausnahmslos echte Klassiker dieser legendären Band, die ihre Konzerte traditionell mit der ,,Friedhof-Szene“ (The Ecstasy of Gold) aus meinem erklärten Lieblingsfilm Zwei glorreiche Halunken (1966) eröffnet. Drei Songs wurden zudem von den deutschen Anhängern auf der Bühne angesagt: Sad but true, Whiskey in the Jar und – mein persönlicher Favorit – Creeping Death. Einfach spitze!

Ich habe als Musikjournalist für RocklandRadio und das Blickpunkt-Magazin aus Pirmasens sowie natürlich als Musikfan viele große Bands (Ausnahme: Motörhead) wie U2, die Rolling Stones, AC/DC, Deep Purple oder Iron Maiden live on stage gesehen – aber Metallica sind und bleiben etwas Besonderes. Bühnenshow, Sound, Kommunikation mit dem Publikum sind absolut stimmig – diese vier Haudegen wissen genau, wie es geht! Sie verabschiedeten sich mit vier Zugaben (!) vom Hamburger Publikum.

Gegen 0.32 Uhr erreichte ich erschöpft, aber glücklich, meine Koje. ,,Es war Dein Abend“, bilanzierte meine liebe Schwester Sandra Maria Germann via Whatsapp. Kaum zu glauben: Das Foto zum Konzert erreichte bei Facebook die meisten Likes im Jahr 2014, noch mehr als die traditionell stark frequentierten Posts zum Geburtstag und zum Pokalfinale mit dem BVB. Wer hätte das gedacht?

Diese Resonanzen freuten mich sehr und ich hielt es nach einem perfekten Tag mit dem Heizer von Egon Erwin Kisch: Ich spülte den Staub mit einem Glas Bier herunter – und ging schlafen.

Carsten

Metallica in Hamburg – Comeback nach 23 Jahren! Fotos: cg

2014 06 04 - Metallica live in Hamburg_1

 

 

1991 09 07 - Metallica_Mainz 001

 

Metallica live – So war es im September 1991! Ein ,,netter“ Schulausflug zum ehemaligen Militärflughafen in Mainz, mit v. l. Martin Biehl (Rodalben), Christian Lange, Andreas Gruber (,,De Gruwer“), Eric Schubert, Yvonne Vieth (alle Pirmasens), Tobias Gumbel (Clausen), Christian Biehl, Steffen ,,Die Eidechs“ Landau (beide Rodalben), Matthias Hiller (Pirmasens), Marco ,,Schlecker“ Neu (Rodalben), Oliver Burkhart (Clausen), Sascha Zimmermann (Donsieders), Carsten Germann (Clausen), Unbekannt, Ricky Ertel (Pirmasens), Thorsten Kalina (Clausen, liegend). Foto: privat.

 

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Aus der Serie ,,Didi zieht um“

,,Hast Du auch noch andere Hobbies außer Umziehen?“ (Dirk Schäfer, April 2014)

Hallo Freunde,

am 24. Mai 2014 war es mal wieder soweit. Eine neue Episode aus der heiteren Serie ,,Didi zieht um“ stand auf dem Programm. Und wer die legendäre Folge aus der Reihe Nonstop Nonsens mit meinem Lieblingskomiker Didi Hallervorden noch in Erinnerung hat, der weiß, dass bei so einem Umzug so einiges schief gehen kann. Wenn dann der von mir beauftragte Umzugsunternehmer tatsächlich Frank Zander heißt, hat das etwas von unfreiwilliger Komik. Also alles wie bei Didi Hallervorden (78): Die Dinge wörtlich nehmen…

Fünf Umzüge in vier Jahren – Chapeau!

Auf geht’s! Obwohl ich mit vier Umzügen seit Juli 2010 eigentlich ,,Übung“ im Umziehen habe bzw. haben sollte, war es an diesem Samstag, an dem ich nach 16 unseligen Monaten, einer Wohnung voller Schimmelbefall und einer mich bespitzelnden Nachbarin das Kapitel ,,Deutsche Annington“ (mein EX-Vermieter!) endlich beendete, wie bei Murphy’s Gesetz. Was schief gehen kann, geht auch schief. Nach drei Stunden Beladen des Umzugs-LKW stellte ich fest, dass sich meine Auto-Batterie verabschiedet hatte. Und Überbrückung mit dem LKW war, so teilten mir die freundlichen Möbelpacker (,,Wo sollen die Klaviere hin?“) mit, sei keine wirklich gute Idee. Was macht man in so einem Fall? Man fragt bei der neuen Nachbarschaft nach einem Überbrückungskabel – und wird fündig. Mein neuer Nachbar, Wäschereibesitzer Stephan Carstensen, seines Zeichens HSV-Fan, war so frei, mir bzw. meinem VW Golf aus der Patsche zu helfen – und brachte den Wagen ohne viel Federlesen nach etwa einer Minute wieder zum Anspringen. Glück gehabt, dachte man bei sich.

Umzug im Stil von Didi Hallervorden…

Doch an einen stressfreien Umzug war dennoch trotz bestem Sommerwetter nicht zu denken. Zurück in der neuen Wohnung, wartete schon TV-Techniker Finsterwalder (dieser Umzug war auch ein Festival der kultigen Unternehmernamen…), Ihr zuverlässiger Partner in Technikfragen (,,Bei Technikfragen: Tech-Nick fragen!“) mit ,,guten“ Nachrichten: Schlappe 130 Euro sind direkt für den SAT-Anschluss und die Synchronisation von SKY in der neuen Wohnung fällig… auch nicht schlecht…

Weiter ging es im krampfhaften Hallervorden-Stil. Die Möbelpacker machten beim Versuch, die Deckenlampe aufzuhängen das vom Vormieter übernommene  (und recht teuer bezahlte) Sonnen-Rollo unbrauchbar und stellten dann fest, dass die Lampe nun doch nicht aufgehängt werden kann, weil ein Sicherungsteil fehlt. Gut, dass wir darüber gesprochen haben…

Die zweite Deckenlampe im Flur konnte unter Aufbitten sämtlicher handwerklicher Kräfte nach sechs Stunden Umzug installiert werden, doch dazu später mehr… Bliebe, ja bliebe eigentlich nur noch die Waschmaschine. Die gibt’s ja auch noch. Aber leider vorerst erst mal ohne Anschluss, denn – man konnte es fast ahnen – es fehlt ein Anschlussventil. ,,Die gibt es im Baumarkt“, so der wertvolle Hinweis der Speditionsmitarbeiter. Da könnte man ja mal eben vorbeifahren…

Moment, vorher wäre aber noch, wie vereinbart, das Gerümpel für den Keller zur Deponie zu fahren! Hätte ich ja fast vergessen! Dumm nur, dass die Deponie in HH-Osdorf samstags aber nur bis 14 Uhr geöffnet hat. Jetzt haben wir 16 Uhr – und immer noch wird knochenhart und bis an den Rand der Selbstaufgabe geschuftet. ,,Was ist denn jetzt mit dem Gerümpel für den Keller?“, lautet die durchaus berechtigte Frage vom Möbelpacker. ,,Am Besten doch erstmal in den Keller“, entgegne ich und gehe schonmal vor. Leider gibt’s für den Keller noch keinen separaten Schlüssel, sodass auch hier wieder mal eine Sackgasse lauert. Was macht man in so einem Fall? Laut ,,Scheiße“ schreien und das ganze Gedöns im Kellerflur abstellen. Wohin auch sonst? Es ist 18 Uhr. In zweieinhalb Stunden spielen Real und Atlético Madrid im Champions-League-Finale  – und ich bin ziemlich durch mit der (Fußball)-Welt…

Die Möbelpacker werden nach altem Brauch natürlich direkt ausbezahlt und zur Einfahrt komplimentiert. Na, wenigstens die Deckenlampe im Flur hängt, denke ich mir beim Abschied. Klassischer Fall von Denkste! Als ich am Sonntagnachmittag das Portal Lieferheld.de auf Adressensicherheit teste und mein erstes Essen in die neue Wohnung bestelle, gibt es etwa eine Minute, nachdem ich mich im Wohnzimmer zum essen niedergelassen habe, einen lauten Knall. Im Flur liegt die Deckenlampe – zerbrochen in 1.000 Scherben. Da hatte ich absolut einen Schutzengel!

Fazit: Bei aller gebotenen Satire haben die Möbelpacker einen Super-Job gemacht. Trotzdem hatte dieser Umzug einen ziemlich hohen Palim-Palim-Faktor – und wird gerade deshalb unvergesslich bleiben. Ist doch langweilig, wenn immer alles glatt geht, oder? In diesem Sinne: Bye-bye, Nagelshof, bye-bye, Deutsche Annington. Ein schönes Leben noch. 

Carsten

Bye-bye, Nagelshof! Foto: cg

April 2013 - Helikopter im Nagelshof_HH-Rissen

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